Samstag, 9. April 2011

Frische Beeren auf dem Balkon


Brombeere
Fruchtige Aussichten: Frische Brombeeren vom Balkon


Eine leckere Idee: Beeren im Topf auf dem Balkon anbauen. Nur mit welcher Sorte klappt es mit den frischen Früchten? Günstig Gärtnern hat mich mit ihrem Post über die Versuchungen von Pflanzenangeboten im Discounter nochmal daran erinnert, wie ich vor ein paar Wochen um die Beerensträucher geschlichen bin, die dort für 1,49 Euro im Angebot waren. Da gab es Himbeeren, Stachelbeeren, sogar Apfelbeeren (Aronia) und dornenlose Brombeeren.

Vom Kauf abgehalten hat mich zum einen, dass die Sorten nicht ausgezeichnet waren und die "Sträucher" diesen Namen nicht wirklich verdient haben. Zwei kümmerliche Triebe, ca. 30 Zentimeter lang, trifft es besser, was ich gesehen habe. Das größte ist Problem aber ist, dass man nicht weiß, ob die Beeren dann wirklich lecker sind. Wer will schon einen Strauch hätscheln und wertvollen Platz verschwenden, dessen Früchte am Ende nicht mal schmecken?

Dann habe ich angefangen zu überlegen, mit welchen Beeren ich am besten bedient bin. Himbeeren mag ich sehr gerne; und in eines meiner Lieblings-Dessert-Rezepte* kommen frische Himbeeren. Allerdings habe ich nur stachelige Himbeeren gesehen - auf dem engen Balkon ein Nachteil. Ich habe keine Lust, dass mir beim Hochbinden stachelige Ruten ins Gesicht klatschen - oder im Vorbeigehen meine Sachen ruinieren.

Weitere Gründe, warum ich mir eine Brombeere zugelegt habe: Sie hat schöne gezahnte Blätter und bekommt eine hübsche Herbstfärbung. Im Wald habe ich sogar schon wintergrüne Brombeergestrüppe gesehen. Zum Glück kann das im Kübel nicht passieren... das mit dem Gestrüpp :) Damit ist sie rund um's Jahr recht hübsch anzusehen - ein wichtiges Kriterium, wenn der Platz fehlt, um abgeblühte oder unansehnliche Pflanzen zwischenzulagern.

Brombeere Navaho auf meinem Balkon
Meine neue Brombeere Navaho. Der sonnige Standort wird ihr gefallen.

Die Früchte - schmeckt das dann auch?
Bei der Lehr- und Versuchsanstaltung Gartenbau (LVG) aus Thüringen bin ich mit Sortenempfehlungen fündig geworden. Bei den Brombeeren gibt es einige dornenlose Sorten, die interessant sind. Die LVG empfiehlt "Loch Ness", "Navaho" und "Thornless Evergreen". Die als geschmacklich beste Brombeere gelobte Sorte "Theodor Reimers" ist leider bestachelt. Bei den Himbeeren scheint die dornenlose Züchtung noch nicht so weit gediehen zu sein.

Die Wuchsform - strauchig oder hoch
Ich habe im Gartencenter schließlich eine ein Meter große Navaho für 7,49 Euro erstanden. Die Navaho wächst nicht buschig, sondern säulenartig aus einem Haupttrieb. Sie macht jetzt schon viele Seitentriebe und man kann ihr beim Wachsen quasi zuschauen. Laut Etikett gibt es drei Möglichkeiten, diese Brombeere zu ziehen. An einem einzelnen Pfahl - sehr platzsparend - , am Gerüst oder zwischen zwei Pfählen.

Wie man's macht, ist der Brombeere wohl egal, solange man nicht die Trag- und Jungruten verwechselt. Tragruten sind hier zweijährige Ruten. An ihnen erscheinen die Beeren. Jungruten sind neue Triebe des gleichen Jahres und tragen noch keine Früchte. Alte Tragruten schneidet man im Frühjahr ab - die neuen Tragruten sind dann die Jungruten des letzten Jahres. Beim Schneiden der Brombeere bleiben rund 10 Zentimeter der alten Rute stehen, damit die Brombeere wieder neu austreiben kann. Auch wenn einem die Brombeere förmlich über den Kopf wächst, darf man zur Schere greifen.

* Himbeer-Dessert mit Amarettini: Schlagt Sahnequark mit Mineralwasser und Zucker nach Geschmack auf. Zerkrümelt Amarettini in einem Gefrierbeutel und zerdrückt frische Himbeeren mit der Gabel. Schichtet dann abwechselnd Himbeeren, Amarettini und Quark in ein Dessertglas. Mit frischen Himbeeren garnieren und gleich servieren! Wer dazu noch Mengenangaben braucht, findet hier ein ähnliches Rezept auf Chefkoch. Werde ich hoffentlich diesen Sommer mit Brombeeren testen! :)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...